Wie ein Outdoor Skatepark in Afghanistan entsteht

20.04.2010 Malte Fähnders

Skatepark Karoq - Grünhelme e.V.
Skatepark Karoq - Grünhelme e.V.
Gemeinsam mit der Nicht-Regierungs-Organisation Grünhelme baut der deutsche Unternehmer Titus Dittmann einen Skatepark im Westen Afghanistans.

Die Idee der Titus Dittmann Stiftung ist es, Projekte zu unterstützen, die mittels des sinn- und identitätsstiftenden Skateboardings weltweit humanitäre Hilfe für Kinder und Jugendliche leisten. Im April 2009 reiste der Münsteraner Titus Dittmann gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Grünhelme Rupert Neudeck in die Provinz Herat. Ziel der Reise war, herauszufinden, ob die afghanischen Kinder und Jugendlichen sich denn für das Skateboarding begeistern lassen könnten.

"Skateboarding" - ein neues Wort in Afghanistan

Spielzeug und Sportgeräte gibt es kaum in Afghanistan. Die Kinder funktionieren gerne Müll in Spielzeug um, wie zum Beispiel einen alten Reifen oder Konservendosen. Auch die Materialien der Fußbälle sind häufig alte Stofflappen, Papier und Schnüre. Der Spieltrieb der afghanischen Kinder ist selbstverständlich genauso ausgeprägt wie bei jedem anderen Kind. Es verwundert daher nicht, dass die Kinder in Herat sofort vom Skateboarding fasziniert waren.

Seit September 2004 ist der afghanisch-deutsche Bau-Ingenieur Zobair Akhi für die Grünhelme in der Provinz Herat tätig. Unter anderen ist es ihm zu verdanken, dass inzwischen mehr als 30 Schulgebäude in der Provinz Herat gebaut werden konnten. An einem Schulbau nehmen Kinder regen Anteil. Oftmals sind die Väter mit auf der Baustelle beschäftigt. Außerdem erlebt die Bevölkerung mehrer Dörfer ein Gemeinschaftsprojekt für die Kinder.

Ein Skatepark entsteht

In dem Distrikt Karoq leben cirka 300.000 Menschen. Die Grünhelme haben inzwischen fast alle notwendigen Schulgebäude in Karoq gebaut. An einer der Schulen wurde bereits ein Volleyballfeld betoniert, welches derzeit als Probefläche für das Skatboarding dient.

Die Titus Dittmann Stiftung hat den erfahrenen Skateboarder Marc Zanger nach Karoq geschickt. Auf einem von Titus Dittmann während seines dritten Afghanistan-Aufenthalts im Januar 2010 ausgesuchten Areal baut Marc Zanger den Betonpark nach Plänen des Kölner Landschaftsarchitekten Ralf Meier. Zobair Akhi von den Grünhelmen leitet den Bau.

Zuerst wurden Bäume gepflanzt

In den Projekten der Grünhelme soll keiner zu kurz kommen. Möglichst viele der Menschen der Region sollen profitieren. Da es in der kargen Landschaft an Bäumen mangelt, und gerade die ältere Generationen jedoch noch ganz andere Zeiten kennt, bevor der Kahlschlag einsetzte, wurden Bäume gepflanzt. Die älteren Herrschaften sollen sich nicht übergangen fühlen.

Hat Marc Zanger seine schwere körperliche Arbeit beendet, gibt er den Kindern Unterricht im Skateboarding. Inzwischen zeigen die Fortgeschritteneren den Anfängern ihre Tricks. Zum Teil melden Eltern persönlich ihre Kinder zu den Skateboard-Kursen an. Eine Skepsis gegenüber dem Trend aus dem Westen ist nicht zu spüren.

Eröffnung mit viel Prominenz

Die Grünhelme meldeten am 5. April, der Bau des Skateparks würde noch ungefähr vier Wochen andauern. Zur Einweihung soll auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel eingeladen werden.

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  • Skatepark Karoq - Grünhelme e.V.

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